Helmholtz-Gemeinschaft

Wendelstein 7-X schreitet voran

Eines der fünf Teilstücke des Außengefäßes von Wendelstein 7-X. Foto: IPP/W. Filser

Einer der wichtigsten Industrieaufträge zum Bau der Fusionsanlage Wendelstein 7-X wurde im Mai 2010 abgeschlossen: die Herstellung der fünfzig supraleitenden Magnetspulen. Der Auftrag für dieses technologische Kernstück des Experiments, das zurzeit im Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) entsteht, war die bisher größte Einzelbeschaffung in der Geschichte des Instituts. „Auch alle anderen Hauptkomponenten sind fertig“, sagt Professor Dr. Robert Wolf: „Die Herstellungsphase ist damit beendet, der Zusammenbau des Großexperiments in vollem Gange“.

Neben den fünfzig übermannsgroßen, supraleitenden Magnetspulen sowie zwanzig Zusatzspulen, die den magnetischen Käfig für das Plasma erzeugen, sind auch alle übrigen Bauteile im IPP beisammen: die massive Stützstruktur, von der die Spulen in Position gehalten werden, die zwanzig Teile des Plasmagefäßes und seine über 250 Gefäßstutzen sowie schließlich die zehn Teilstücke des Außengefäßes – je 14 Tonnen schwere stählerne Halbschalen. Zusammengesetzt werden sie einen ringförmigen Schlauch von 16 Metern Durchmesser bilden. In ihrem 4,4 Meter weiten Inneren umschließt diese wärmeisolierende Kühlbox später den gesamten, auf Tieftemperatur abgekühlten Spulenkranz, in dessen Innenraum wiederum das Plasmagefäß mit dem viele Millionen Grad heißen Plasma liegt.

Wendelstein 7-X, die nach der Fertigstellung weltweit modernste Fusionsanlage vom Typ Stellarator, soll die Kraftwerkseignung dieses Bautyps untersuchen, insbesondere seine Fähigkeit zum Dauerbetrieb. Ziel ist ein Kraftwerk, das – ähnlich wie die Sonne – aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie gewinnt. Dazu muss es gelingen, den Brennstoff, ein Wasserstoffplasma, in Magnetfeldern einzuschließen und auf Temperaturen von über hundert Millionen Grad aufzuheizen.

„Beim Aufbau werden die Einzelteile der Stellaratoranlage zunächst zu fünf nahezu baugleichen Modulen vormontiert“, erklärt Robert Wolf: „Sie werden dann in der Experimentierhalle kreisförmig zusammengesetzt“. Inzwischen wird an allen fünf Modulen zugleich gearbeitet; zwei sind bereits fertig gestellt und stehen an ihrer endgültigen Stelle auf dem Maschinenfundament.
„Begonnen hat alles parallel auf zwei Vormontageständen“, erläutert Robert Wolf, „wo ein Spezialgreifer je eine der sechs Tonnen schweren Magnetspulen vorsichtig über nur Millimeter breite Zwischenräume auf je ein Teilstück des Plasmagefäßes gefädelt hat. Dann konnte man jeweils einen zweiten Plasmagefäß-Sektor anschweißen und die Wärmeisolation an der Nahtstelle schließen. Diese Superisolation trennt die tiefkalten Magnetspulen von ihrer warmen Umgebung. Anschließend wurden je sechs weitere Spulen auf das Gefäßstück gefädelt, ausgerichtet und mit je einem Segment des Tragrings verschraubt. Nach vielen Kontrollvermessungen waren dann die ersten beiden Halbmodule fertig und wurden gemeinsam in einen dritten Montagestand gehoben“.

Während in den leer gewordenen Montageständen die nächsten zwei Halbmodule entstanden, wurden im dritten Montagestand die Modulhälften miteinander verbunden. Nun wurden die Leiter für die elektrische Verschaltung der Spulen angebaut – „ein recht schwieriger Arbeitsgang“, so Robert Wolf.
Die steifen, meterlangen Supraleiter, die im Forschungszentrum Jülich für den Einbau vorbereitet werden, sind bereits in die richtige Form gebogen. Parallel dazu lief – auf mittlerweile engstem Raum – die Verrohrung für die Helium-Kühlung der Spulen. „Alles war auf Leckdichtigkeit zu prüfen. Dann waren noch Sensoren und Messkabel zu verlegen, bevor das erste und danach das zweite Modul den Montagestand Richtung Halle verlassen konnte“, erinnert sich Wolf.

Während sich diese Arbeitsschritte nun für die restlichen Module wiederholen, werden die bereits fertigen Module in der Halle mit ihrer Außenhülle umschlossen und mit je 50 Stutzen versehen, die Plasma- und Außengefäß durch den kalten Spulenbereich hindurch verbinden. Sind schließlich alle Module auf dem Maschinenfundament miteinander zu einem Ring verbunden, folgen die Inneneinbauten im Plasmagefäß. Parallel dazu werden die Systeme zum Aufheizen des Plasmas aufgebaut, darunter die federführend vom Karlsruher Zentrum für Technologie betreute Mikrowellenheizung, die Versorgungseinrichtungen für elektrische Energie und Kühlung, die Maschinensteuerung sowie die zahlreichen Messgeräte, die das Verhalten des Plasmas diagnostizieren sollen. Robert Wolf: „Verläuft alles weiterhin nach Plan, wird Wendelstein 7-X in rund vier Jahren fertig montiert sein und in Betrieb gehen“.

Einblicke in die Forschung: Energie

Starke Teile aus dem kalten Ofen

Viele Bauteile von Flugzeugen und Fahrzeugkarosserien sind längst nicht mehr aus Stahl, sondern aus modernen Verbundwerkstoffen. Sie bestehen aus Karbon- oder Glasfasergeflechten, die mit Spezialharzen zu einem extrem belastbaren Material verbunden werden, das Crashtests standhält, Schwingungen elastisch abfedert und dabei federleicht ist. Und das spart Treibstoff.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Stille Reserven

Unter Europas Energieexperten macht ein neuer Begriff die Runde: „Shale Gas“ könnte man mit „Schiefergas“ ins Deutsche übersetzen. Gemeint ist damit Erdgas, das in dichten Tongesteinen uralter Ablagerungen steckt, mit den üblichen Methoden aber nicht gefördert werden kann. Diese lange bekannten Gasvorkommen können erst seit wenigen Jahren wirtschaftlich genutzt werden.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Salz, Beton und Druckluft: Speicher liefern Energie auf Wunsch

Solar- und Windkraftwerke richten sich selten genau nach dem Bedarf der Stromkunden. Daher sind günstige und effiziente Energiespeicher der Schlüssel für eine zuverlässige Versorgung mit regenerativ erzeugtem Strom. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickeln Wärme- und Druckluftspeicher für die Energieversorgung der Zukunft.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Siebe für das Kohlendioxid

Fossile Kraftwerke werden voraussichtlich noch lange Zeit ein Grundpfeiler der weltweiten Energieversorgung sein. Als wichtiges Element im Kampf gegen den Klimawandel könnte sich daher die Abtrennung und Speicherung von Kohlendioxid aus den Abgasen von Kohle- oder Gaskraftwerken erweisen. Damit dies mit möglichst geringem Energieaufwand gelingen kann, entwickeln Forscher in der Helmholtz-Allianz MEM-BRAIN unter Federführung des Forschungszentrums Jülich Membranen aus Polymer- und Keramikmaterialien.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Mehr Licht für Tandemzellen

Eine Solarzelle nutzt immer nur einen Teil des Sonnenspektrums, setzt also nur ganz bestimmte Farben (Frequenzen) in Strom um. Was liegt also näher, als unterschiedliche Solarzellen aufeinanderzu stapeln, um einen größeren Anteil des Lichts in Strom umzuwandeln? Dieser Ansatz wird beim Bau von Tandemzellen verfolgt, die aus einer Topzelle und einer Bottomzelle bestehen.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Brennstoffzelle im Dauerlauf

Sie läuft und läuft und läuft. Mit 25.000 Stunden hat die Jülicher Hochtemperatur-Brennstoffzelle im Juni 2010 einen neuen Langlauf-Weltrekord erreicht. Gute Voraussetzungen, um künftig nicht nur Autos oder Laptops mit Strom zu versorgen, sondern auch Eigenheime und industrielle Prozesse. Denn Brennstoffzellen sind heiße Kandidaten für eine künftige, auch stärker dezentrale Energieversorgung.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Modelle für die Energie aus der Tiefe

Wenn die GFZ-Forscher aus mehreren Kilometern Tiefe Erdwärme an die Oberfläche holen, um elektrischen Strom zu erzeugen und Heizenergie zu liefern, stoßen sie im Wortsinn in unbekannte Regionen vor. Niemand weiß genau, wie es in der Tiefe aussieht, welche Risse und Spalten es dort gibt und wie das Geothermie-Kraftwerk den Untergrund verändert.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Bioenergie kann "Bio" werden

Aus Mais, Raps oder anderen Pflanzen kann Energie gewonnen werden, der großflächige Anbau von Energiepflanzen ist jedoch nicht automatisch umweltfreundlich. „Bioenergie wird in vielen Regionen der Erde eine Rolle spielen, aber es wird sehr darauf ankommen, wie diese Bioenergie gewonnen wird“, sagt Dr. Daniela Thrän vom Department Bioenergie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung - UFZ in Leipzig.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Stroh tanken

Pflanzliche Reststoffe wie Stroh oder Holzspäne lassen sich zu hochwertigen Treibstoffen verarbeiten, dies haben Forscher des KIT bereits vor einigen Jahren im kleintechnischen Maßstab gezeigt. Die Ökobilanz solcher Synthesekraftstoffe fällt erheblich besser aus als bei Treibstoffen aus Rapsöl oder anderen Energiepflanzen, für die eigene Anbauflächen reserviert, gedüngt und bewässert werden.

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09.01.2013