Stroh tanken

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- Auf dem Campus Nord des KIT wird die Bioliq-Pilotanlage aus Stroh und anderen Reststoffen zunächst ein ölähnliches Vorprodukt und daraus dann maßgeschneiderte Designerkraftstoffe produzieren. Foto: KIT
Pflanzliche Reststoffe wie Stroh oder Holzspäne lassen sich zu hochwertigen Treibstoffen verarbeiten, dies haben Forscher des KIT bereits vor einigen Jahren im kleintechnischen Maßstab gezeigt. Die Ökobilanz solcher Synthesekraftstoffe fällt erheblich besser aus als bei Treibstoffen aus Rapsöl oder anderen Energiepflanzen, für die eigene Anbauflächen reserviert, gedüngt und bewässert werden. In Zusammenarbeit mit Industriepartnern wie der Lurgi GmbH, MUT Advanced Heating GmbH aus Jena und Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH baut das KIT eine Pilotanlage auf, die nun kurz vor der Vollendung steht.
Der bioliq®-Prozess besteht aus mehreren Schritten: Zunächst wird die trockene Biomasse in regional verteilten Anlagen durch Schnellpyrolyse zu einem ölähnlichen Zwischenprodukt mit hoher Energiedichte umgewandelt. Dieses Zwischenprodukt lässt sich leicht zur Weiterverarbeitung transportieren. In späteren Großanlagen folgen weitere Schritte. Durch innovative Verfahren konnten in der bioliq®-Pilotanlage einige Schritte zu einer einzigen Prozessstufe zusammengefasst werden. In der Anlage wird das energiereiche Zwischenprodukt mit Hilfe eines Flugstromvergasers in ein hochreaktives Synthesegas aus Kohlenmonoxid- und Wasserstoffmolekülen umgewandelt. „Diese chemischen Bausteine lassen sich in der nächsten Stufe zu beliebigen Designerkraftstoffen zusammensetzen“, erläutert Dr. Nicolas Dahmen, Projektleiter für den Bau der bioliq-Anlage. „Die Pilotanlage wird 100 Liter Designerkraftstoff pro Stunde liefern können, das ist noch keine industrielle Größenordnung, erlaubt aber umfangreiche Kraftstoff- und Fahrzeugtests“, sagt Dahmen. Und die sind Voraussetzung dafür, dass das Verfahren breitere Anwendung finden kann.










