Stille Reserven

- .
- Jura-Tonsteine an der Küste Neglands sind ähnlich aufgebaut wie Shale Gas-Systeme im Untergrund. Foto: TU Clausthal
Unter Europas Energieexperten macht ein neuer Begriff die Runde: „Shale Gas“ könnte man mit „Schiefergas“ ins Deutsche übersetzen. Gemeint ist damit Erdgas, das in dichten Tongesteinen uralter Ablagerungen steckt, mit den üblichen Methoden aber nicht gefördert werden kann. Diese lange bekannten Gasvorkommen können erst seit wenigen Jahren wirtschaftlich genutzt werden. Ihr Einsatz ist auch deshalb sinnvoll, weil der Umbau auf nachhaltige Energiequellen noch viele Jahre dauern wird, in denen weiter fossile Brennstoffe verwendet werden. Die erste Wahl ist dann Erdgas, weil es die gleiche Nutzenergie mit 40 bis 50 Prozent weniger des Klimagases Kohlendioxid liefert als Kohle.
In den USA stammt heute fast jeder zehnte Erdgas-Kubikmeter aus solchen Gesteinen. Europa hinkt da noch weit hinterher. Erst im Jahr 2009 starteten zwei Forschungsvorhaben: Professor Dr. Brian Horsfield vom GFZ leitet „Gas Shales in Europe“ (GASH) und GFZ-Wissenschaftler Dr. Hans-Martin Schulz koordiniert das Kernthema „Shale Gas“ im Rahmen des Verbundvorhabens GeoEnergie. „Wir untersuchen in diesen Projekten, wie sich Schiefergas bildet und wie typische Lagerstätten in Europa aussehen“, erklärt Hans-Martin Schulz. Vermutlich gibt es eine ganze Reihe solcher Lagerstätten in England, Polen und Schweden, dem Wiener Becken sowie in Niedersachsen und Süddeutschland.
Erschlossen werden die Vorräte dann durch eine senkrechte Bohrung. Erreicht der Bohrmeißel die Ergasschicht, dreht er in die Horizontale und bohrt unter Umständen einige Kilometer waagrecht weiter. Dann wird Wasser in die Schicht gedrückt, das Spalten im Gestein öffnet, die von Quarzkügelchen in der Lösung dauerhaft stabilisiert werden. Aus diesen Spalten kann das Erdgas dann entweichen.










