Sonnenhitze vielseitig nutzen

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Solarenergie ist nach menschlichen Maßstäben unerschöpflich und doch ist ihre technische Nutzung noch nicht ausgereift. „Wir brauchen intelligente Lösungen, um rund um die Uhr Strom zu erzeugen und die Energie auch wirksam zu speichern“, sagt Professor Dr. Robert Pitz-Paal, Leiter der Abteilung Solarforschung beim Institut für Technische Thermodynamik am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). An diesen Lösungen arbeiten DLR-Experten in mehreren EUProjekten mit Hochdruck. Auf der Plataforma Solar in Almeria im Südosten Spaniens haben sie auf rund 100 Hektar Fläche die größte europäische Testanlage mit aufgebaut, die die spanische Partnerorganisation CIEMAT inzwischen betreibt. Hier testen sie neue Komponenten, um die Energie der Sonne in Strom zu wandeln oder zu speichern: zum Beispiel in Form von Wasserstoff. Dafür haben DLR-Experten gemeinsam mit europäischen Partnern den Wasserstoffreaktor Hydrosol entwickelt, der kontinuierlich und mit hoher Effizienz die Sonnenhitze zur Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff nutzt.
Nun hat auch eine solar-hybride Gasturbine den Betrieb aufgenommen. DLR-Forscher haben die Test-Anlage in Zusammenarbeit mit elf internationalen Partnern im EU-Projekt Solhyco entwickelt und jetzt auf dem Solarturm CESA-1 montiert. Ein Spiegelfeld lenkt die Sonnenstrahlung auf drei Solarreceiver, die die Kompressorluft der 250 Kilowatt-Gasturbine stufenweise auf 800 Grad Celsius erhitzen. Nur bei Bedarf schaltet sich die mit Biodiesel betriebene Brennkammer der Turbine dazu, so dass unabhängig von Tageszeit und Witterung elektrische Energie erzeugt wird. „Diese Aufgaben sind sehr anspruchsvoll gewesen“, sagt Pitz-Paal, „doch unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben sie schließlich gelöst.“

