Helmholtz-Gemeinschaft

Salz, Beton und Druckluft: Speicher liefern Energie auf Wunsch

Die DLR-Experten können hier an einem variablen Speicherteststand mit austauschbarem Innenbehälter neue Konzepte erproben.

Solar- und Windkraftwerke richten sich selten genau nach dem Bedarf der Stromkunden. Daher sind günstige und effiziente Energiespeicher der Schlüssel für eine zuverlässige Versorgung mit regenerativ erzeugtem Strom. Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickeln Wärme- und Druckluftspeicher für die Energieversorgung der Zukunft. „Für unsere Speichertechnologien sehen wir drei Anwendungsfelder“, sagt Dr. Rainer Tamme, Abteilungsleiter am DLR-Institut für Technische Thermodynamik in Stuttgart. Konventionelle Gas- und Dampfturbinenkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung könnten mithilfe von Wärmespeichern flexibler und damit effizienter betrieben werden. Unter hohem Druck in unterirdische Hohlräume gepresste Luft eignet sich, um Erzeugungsspitzen von Windparks zu glätten. Und schließlich sichern Wärmespeicher die Stromproduktion von Solarkraftwerken über viele Nachtstunden.

Solche Wärmespeicher lösen schon heute in ersten Solarthermie-Kraftwerken das Speicherproblem. So werden nahe der südspanischen Stadt Granada in den Anlagen Andasol 1 und 2 tagsüber über 28.000 Tonnen flüssige Salze - eine Mischung aus Kalium- und Natriumnitrat – auf knapp 400 Grad Celsius aufgeheizt. Die Salze speichern die Sonnenwärme effizient genug, um nach Sonnenuntergang noch bis zu sieben Stunden die Dampfturbinen anzutreiben. „Solche flüssigen Salze haben allerdings den Nachteil, dass sie hohe Kosten verursachen und bei 220 Grad fest und damit nutzlos werden“, sagt Tamme.

Auf dem Gelände in Stuttgart und auf der Plataforma Solar de Almería in Spanien arbeiten die DLR-Wissenschaftler bereits an einer günstigeren Alternative: Beton, der auf bis zu 400 Grad aufgeheizt werden kann. „Die festen Blöcke können auch mal abkühlen, ohne Schaden zu nehmen“, sagt Speicherexpertin Dörte Laing. Im Prinzip steht diese Technologie schon zur Verfügung und wartet darauf, von der Industrie aufgegriffen zu werden. Erst noch im Praxistest beweisen müssen sich dagegen so genannte Phasenwechselspeicher. Sie bestehen wieder aus vielen Tonnen Salz, nämlich aus Natriumnitrat. Doch dürfen diese Mengen im Unterschied zu den flüssigen Salzen auch ihre Phase wechseln, das heißt erstarren. Zwar sinkt dabei die Transportfähigkeit für Wärme so sehr, dass sich das Salz nur schwer wieder verflüssigen lässt. Doch zahlreiche Aluminiumrippen, die das Salzreservoir durchziehen, können diesen Nachteil ausgleichen. Wie gut dieses Prinzip zur Wärmespeicherung tatsächlich funktioniert, muss dieses Jahr ein Speicher mit 14 Tonnen Nitratsalz in einem Kraftwerk des spanischen Stromversorgers Endesa in Carboneras unter Beweis stellen. „Das ist der derzeit größte Phasenwechselspeicher der Welt und bis Ende des Jahres erwarten wir Ergebnisse“, sagt Laing.

Auch bei der Netzintegration von Windstrom spielen diese Wärmereservoires eine Rolle. Damit überschüssige Kilowattstunden in Starkwindphasen nicht verloren gehen, sollen sie Druckluftpumpen antreiben. Diese pressen komprimierte Luft in unterirdische Hohlräume wie beispielsweise Salzkavernen. Steigt der Strombedarf, kann die Luft wieder ausströmen und die Turbinenräder von Generatoren in Drehung versetzen.

Zusammen mit RWE, General Electric (GE) und der Ed. Züblin AG arbeitet das DLR an der Entwicklung dieser Technologie. Dabei wird bereits die Umsetzung als Demonstrationskraftwerk in Sachsen-Anhalt vorbereitet.

Der „Adiabate Druckluftspeicher für die Elektrizitätsversorgung“, kurz Adele, soll die Stromproduktion von bis zu 40 Windrädern für fünf Stunden zwischenspeichern können.

Trivial ist das Komprimieren und Entweichen von Druckluft jedoch nicht. Denn beim Verdichten heizt sich die Luft auf über 600 Grad auf. Umgekehrt kühlt sie sich beim Ausströmen ab. Ein hoher Wirkungsgrad des Druckluftspeichers von etwa 70 Prozent lässt sich nur erreichen, wenn die Verdichtungswärme ebenfalls gespeichert wird und später die ausströmende Luft erwärmen kann. Und genau an diesem Punkt wird „Adele“ von der großen Erfahrung des DLR auf dem Gebiet der Wärmespeicher profitieren.

Einblicke in die Forschung: Energie

Starke Teile aus dem kalten Ofen

Viele Bauteile von Flugzeugen und Fahrzeugkarosserien sind längst nicht mehr aus Stahl, sondern aus modernen Verbundwerkstoffen. Sie bestehen aus Karbon- oder Glasfasergeflechten, die mit Spezialharzen zu einem extrem belastbaren Material verbunden werden, das Crashtests standhält, Schwingungen elastisch abfedert und dabei federleicht ist. Und das spart Treibstoff.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Stille Reserven

Unter Europas Energieexperten macht ein neuer Begriff die Runde: „Shale Gas“ könnte man mit „Schiefergas“ ins Deutsche übersetzen. Gemeint ist damit Erdgas, das in dichten Tongesteinen uralter Ablagerungen steckt, mit den üblichen Methoden aber nicht gefördert werden kann. Diese lange bekannten Gasvorkommen können erst seit wenigen Jahren wirtschaftlich genutzt werden.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Siebe für das Kohlendioxid

Fossile Kraftwerke werden voraussichtlich noch lange Zeit ein Grundpfeiler der weltweiten Energieversorgung sein. Als wichtiges Element im Kampf gegen den Klimawandel könnte sich daher die Abtrennung und Speicherung von Kohlendioxid aus den Abgasen von Kohle- oder Gaskraftwerken erweisen. Damit dies mit möglichst geringem Energieaufwand gelingen kann, entwickeln Forscher in der Helmholtz-Allianz MEM-BRAIN unter Federführung des Forschungszentrums Jülich Membranen aus Polymer- und Keramikmaterialien.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Wendelstein 7-X schreitet voran

Einer der wichtigsten Industrieaufträge zum Bau der Fusionsanlage Wendelstein 7-X wurde im Mai 2010 abgeschlossen: die Herstellung der fünfzig supraleitenden Magnetspulen. Der Auftrag für dieses technologische Kernstück des Experiments, das zurzeit im Teilinstitut Greifswald des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) entsteht, war die bisher größte Einzelbeschaffung in der Geschichte des Instituts.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Mehr Licht für Tandemzellen

Eine Solarzelle nutzt immer nur einen Teil des Sonnenspektrums, setzt also nur ganz bestimmte Farben (Frequenzen) in Strom um. Was liegt also näher, als unterschiedliche Solarzellen aufeinanderzu stapeln, um einen größeren Anteil des Lichts in Strom umzuwandeln? Dieser Ansatz wird beim Bau von Tandemzellen verfolgt, die aus einer Topzelle und einer Bottomzelle bestehen.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Brennstoffzelle im Dauerlauf

Sie läuft und läuft und läuft. Mit 25.000 Stunden hat die Jülicher Hochtemperatur-Brennstoffzelle im Juni 2010 einen neuen Langlauf-Weltrekord erreicht. Gute Voraussetzungen, um künftig nicht nur Autos oder Laptops mit Strom zu versorgen, sondern auch Eigenheime und industrielle Prozesse. Denn Brennstoffzellen sind heiße Kandidaten für eine künftige, auch stärker dezentrale Energieversorgung.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Modelle für die Energie aus der Tiefe

Wenn die GFZ-Forscher aus mehreren Kilometern Tiefe Erdwärme an die Oberfläche holen, um elektrischen Strom zu erzeugen und Heizenergie zu liefern, stoßen sie im Wortsinn in unbekannte Regionen vor. Niemand weiß genau, wie es in der Tiefe aussieht, welche Risse und Spalten es dort gibt und wie das Geothermie-Kraftwerk den Untergrund verändert.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Bioenergie kann "Bio" werden

Aus Mais, Raps oder anderen Pflanzen kann Energie gewonnen werden, der großflächige Anbau von Energiepflanzen ist jedoch nicht automatisch umweltfreundlich. „Bioenergie wird in vielen Regionen der Erde eine Rolle spielen, aber es wird sehr darauf ankommen, wie diese Bioenergie gewonnen wird“, sagt Dr. Daniela Thrän vom Department Bioenergie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung - UFZ in Leipzig.

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Einblicke in die Forschung: Energie

Stroh tanken

Pflanzliche Reststoffe wie Stroh oder Holzspäne lassen sich zu hochwertigen Treibstoffen verarbeiten, dies haben Forscher des KIT bereits vor einigen Jahren im kleintechnischen Maßstab gezeigt. Die Ökobilanz solcher Synthesekraftstoffe fällt erheblich besser aus als bei Treibstoffen aus Rapsöl oder anderen Energiepflanzen, für die eigene Anbauflächen reserviert, gedüngt und bewässert werden.

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09.01.2013