Helmholtz-Gemeinschaft

Heizung für den Fusionsreaktor

Was in der Sonne bei nur sechs Millionen Grad Celsius schon seit Ewigkeiten funktioniert, verlangt auf Erden große Anstrengungen: Denn hier ist die Kernfusion viel schwerer zu starten und aufrecht zu erhalten. Das Wasserstoff-Plasma muss dafür zunächst auf über 100 Millionen Grad aufgeheizt werden. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) in Garching haben eine solche Heizung für die extremen Anforderungen des Testreaktors ITER weiterentwickelt. Dafür wurden Dr. Eckehart Speth, Dr. Hans-Dieter Falter, Dr. Peter Franzen, Dr. Ursel Fantz und Dr. Werner Kraus im Jahr 2006 mit dem Wissenschaftspreis des Stifterverbandes - Erwin Schrödinger-Preis ausgezeichnet, der mit 50.000 Euro dotiert ist.

Die von ihnen entwickelte Hochfrequenz-Plasmaquelle kann auch negativ geladene Ionen beschleunigen und so mehr Energie in das Plasma eintragen als ihre Vorgänger. Diese Ergebnisse haben jetzt das ITER-Team überzeugt. Die neuartige Ionenquelle wurde zur Plasmaheizung des Testreaktors ausgewählt, der gerade im französischen Cadarache gebaut wird.

09.01.2013