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Helmholtz Perspektiven 1411

Helmholtz Perspektiven November – Dezember 2014 7TITELTHEMA Helmholtz Perspektiven November – Dezember 2014 Anschließend wurde im Labor analysiert, ob die gefundenen Stämme der Myxobakterien etwas her- stellen, was vernichtend wirkt gegen andere Erreger wie Staphylococcus aureus, die ja gewissermaßen zur Konkurrenz gehören beim Kampf um Platz und Nährstoffe. „Die Myxobakterien sind vielverspre- chend, weil sie es schaffen, sich in allen möglichen komplexen Umgebungen durchzusetzen, und damit auch gegen andere Bakterienarten“, sagt Müller, der seit mehr als 20 Jahren auf der Suche nach neuen antibiotisch wirkenden Substanzen aktiv ist. Als dann vor einigen Monaten einer von Müllers Mitarbeitern morgens nach dem Wochenende die Zellkulturen kontrollierte und bei einer Probe einen so genannten Hemmruf entdeckte – das heißt, als ein Extrakt der Myxobakterien den Keim Staphylo- coccus aureus am Wachsen hinderte –, machten die Biotechnologen und Pharmazeuten weitere Tests. Im Laufe der Jahre hatten Müller und seine Kollegen eine Datenbank aufgebaut, die alle ihnen bekann- ten Substanzen aus den Myxobakterien enthielt. Ein Technologievorsprung, um den sie manches pharmazeutische Unternehmen beneidet, denn so kann schneller die Substanz identifiziert werden, die für die wachstumshemmende Wirkung auf die Bakterien verantwortlich ist. Als das Extrakt der neuen Myxobakterien in die Datenbank eingespeist wurde, fand die Arbeitsgruppe eine vollkommen neue Substanz – und sie schien das Wachstum der Bakterien auch noch auf einem anderen Wege zu hemmen als klassische Antibiotika. Die entdeckten Substanzen umgehen die Verteidigungslinie der Keime Rolf Müller (49) und sein Team arbeiten an besseren Antibiotika. Bild: Uwe Bellhäuser

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