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Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch

Prävention von Herz-Kreislauferkrankungen

Herz-Kreislauf-Krankheiten sind die Todesursache Nummer eins in den Industrie- und Schwellenländern. Allein in Deutschland erleiden jährlich rund 300.000 Menschen einen Herzinfarkt, 80.000 einen Schlaganfall und über 20.000 müssen wegen Nierenversagens behandelt werden.

Ultraschall
In der spiegelverkehrten Ultraschallaufnahme wird deutlich, dass es durch die Fehlbildungeiner Herzklappe (Pfeil) in der rechten Herzkammer (RV) zur teilweisen Umkehr des Blutstromes (blau) kommt. Foto: Sabine Klaassen/MDC

Eine entscheidende Rolle für die Entstehung dieser Krankheiten spielen Bluthochdruck, Übergewicht und Fettleibigkeit. Als direkte Folge von Übergewicht sterben laut WHO jährlich in Europa rund 250.000 Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen, weltweit sind es zwei bis fünf Millionen. Im MDC erforschen Wissenschaftler die genetischen Ursachen von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen, um neue Wege für Diagnose, Therapie und Prävention zu eröffnen. Dabei untersuchen sie die Rolle einzelner Gene bei der Entstehung dieser Erkrankungen und vergleichen auch die Genome von Modellorganismen sowie vom Menschen miteinander, um krankmachenden Mechanismen auf die Spur zu kommen. Diese Arbeiten haben bereits zu einer vorbeugenden Behandlung für junge Männer vor dem plötzlichen Herztod geführt. Zusammen mit Forschern aus den Niederlanden und Großbritannien war es PD Dr. Sabine Klaassen und Prof. Dr. Ludwig Thierfelder vom MDC zudem gelungen, eine genetische Ursache für eine seltene angeborene Herzklappenerkrankung, der Ebstein-Anomalie, nachzuweisen. Dabei kommt es in fortgeschrittenen Stadien zur Vergrößerung des rechten Herzens und zur Einschränkung der Herzfunktion. Die Forscher hoffen, dass diese Erkenntnisse zu schnelleren Diagnoseverfahren sowie zu gezielteren neuen Behandlungsmethoden führen werden. Außerdem setzen MDC-Forscher die Systembiologie ein, um die Regulation von Genen und Proteinen und ihre Wechselwirkungen aufzuklären. Hinzu kommen innovative bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz-Tomographie sowie die Epidemiologie. Das MDC ist an einer Studie mit 200.000 Bürgern beteiligt, in der die Ursachen u. a. von Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes erforscht, Risikofaktoren identifiziert und neue Wege der Prävention erschlossen werden.

MDC/Red.