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Deutsches Krebsforschungszentrum

Früherkennung bei Darmkrebs

Darmkrebs entsteht langsam. Die Vorstufen brauchen meist viele Jahre, um sich zu einem gefährlichen Karzinom zu entwickeln. Sie sind bei einer Darmspiegelung, der so genannten Koloskopie, gut zu entdecken und können noch während der Untersuchung entfernt werden. Daher kann Darmkrebs weit besser als andere Krebsarten durch konsequente Früherkennung verhütet werden.

Gewebeschnitt
Fluoreszenzfärbung eines Darmkrebs-Gewebeschnittes. Foto: Lutz Langbein/DKFZ

Seit 2002 können Versicherte ab dem 55. Lebensjahr kostenlos eine Früherkennungskoloskopie durchführen lassen. „Würden mehr Menschen diese Untersuchungen wahrnehmen, ließe sich in Deutschland eine bedeutende Zahl von Darmkrebserkrankungen vermeiden“, sagt Prof. Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Nach einer Auswertung durch DKFZ-Wissenschaftler um Brenner konnten bislang durch die Früherkennung bundesweit zwischen 2003 und 2010 fast 100.000 Fälle von Darmkrebs verhütet und weitere knapp 50.000 Fälle in einem frühen, heilbaren Stadium entdeckt werden. Doch bisher nutzt nur ein kleiner Teil der Berechtigten die Möglichkeit der Früherkennung. Deshalb startet der DKFZ-Epidemiologe in Zusammenarbeit mit dem Krebsregister Saarland nun ein Modellprojekt, in dem ein „organisiertes Screening“ erprobt wird. Dabei erhalten 30.000 zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger der entsprechenden Altersgruppe eine persönliche Einladung zu einer Koloskopie. „Natürlich erfassen wir dabei auch die Kosten des einladungsbasierten Screenings und stellen diese dem langfristig zu erwartenden Rückgang an Darmkrebsfällen gegenüber“, erklärt Hermann Brenner. „Ist das Projekt erfolgreich – was wir erwarten – so könnte es sinnvoll sein, auch bundesweit Einladungen zur Früherkennung zu versenden.“

DKFZ/Red.