Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung
Wie stark verändert sich das Klima, wenn der Permafrost taut?
Wenn der Permafrost taut, werden Mikroorganismen aktiv und verwandeln im Boden gespeicherte Kohlenstoffverbindungen in Methan, Wasserdampf und Kohlendioxid, die den Treibhauseffekt verstärken. Bislang konnten diese Prozesse nur ansatzweise in den Klimamodellen berücksichtigt werden. Nun führen Teams aus 18 Partnereinrichtungen Bodenmessungen sowie Fernerkundungskampagnen durch, um in unterschiedlichen Regionen der Arktis zu erfassen, welche Mengen an Treibhausgasen beim Auftauen des Permafrosts freigesetzt werden. Das EU-Projekt PAGE 21 wird von Hubberten koordiniert. Das AWI-Team selbst verfolgt seit über 15 Jahren auf der deutsch-russischen Samoylow-Forschungsstation im Lena-Delta in Sibirien die Entwicklung. „Auch hier macht sich nun der Klimawandel deutlich bemerkbar, selbst in Tiefen von 18 bis 26 Metern wurde im gefrorenen Untergrund ein Temperaturanstieg von bis zu 0,5 Grad Celsius von 2006 bis 2011 gemessen “, sagt Hubberten. Die Ergebnisse dieser Forschung werden in den fünften Weltklimabericht der Vereinten Nationen einfließen.
AWI/Red.
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