Helmholtz-Gemeinschaft
Am 10. September 2008 wird am Forschungszentrum CERN in Genf der Large Hadron Collider LHC, der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt, in Betrieb genommen. Die Gemeinschaft der deutschen Teilchenphysiker lädt am 10. September 2008 zu einer vernetzten Video-Pressekonferenz mit interaktiver Live-Übertragung aus dem CERN ein.

LHC-Inbetriebnahme: Vernetzte Pressekonferenz an vier Standorten in Deutschland

Datum:
10. September 2008
Ort:
Vernetzte Pressekonferenz an vier Standorten in Deutschland

Am 10. September 2008 wird am Forschungszentrum CERN in Genf der Large Hadron Collider LHC, der leistungsstärkste Teilchenbeschleuniger der Welt, in Betrieb genommen. Die Gemeinschaft der deutschen Teilchenphysiker lädt am 10. September 2008 zu einer vernetzten Video-Pressekonferenz mit interaktiver Live-Übertragung aus dem CERN ein. An den folgenden Standorten können Sie dabei sein:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF, Berlin
  • Deutsches Elektronen-Synchrotron DESY, Hamburg
  • Gesellschaft für Schwerionenforschung GSI, Darmstadt
  • Max-Planck-Institut für Physik, München

Sowohl am CERN als auch an den vier Standorten in Deutschland werden Experten, die am Bau des LHC mitgewirkt haben und die in den kommenden Jahren dort forschen werden, Journalisten Fragen rund um den LHC beantworten. Unter anderem wird auch der zukünftige Generaldirektor des CERN, Professor Rolf-Dieter Heuer, derzeit DESY-Forschungsdirektor, bei DESY in Hamburg für Fragen zur Verfügung stehen. Da es sich um eine vernetzte Pressekonferenz handelt, können Teilnehmer an allen Standorten Fragen an Professor Heuer richten. Im Anschluss an die Pressekonferenz können Journalisten mit den Experten vor Ort Interviews führen.

Geplanter Ablauf an allen vier Standorten

9.00 Uhr
Beginn der Pressekonferenz: Begrüßung und einleitende Worte zum LHC

9.30 Uhr
Beginn der Live-Übertragung von CERN mit der ersten Zirkulation eines Teilchenstrahls im LHC

10.00 Uhr
Möglichkeit, per Videokonferenz Experten am CERN und an den vier Standorten Fragen zu stellen

10.30 Uhr
Interviewmöglichkeit mit Experten vor Ort

Es kann am 10. September 2008 bei der Injektion des Teilchenstrahls zu unvorhersehbaren Verzögerungen am CERN kommen. Wir müssen daher ggf. kurzfristig den geplanten Ablauf anpassen. Die Pressekonferenz beginnt in jedem Fall um 9.00 Uhr.

Journalisten, die an einem der Standorte an der vernetzten Pressekonferenz teilnehmen möchten, melden sich bitte mit dem angehängten pdf-Formular bei den entsprechenden Ansprechpartnern an.

Hintergrundinformation: Der LHC

Der Large Hadron Collider LHC, der am 10. September 2008 am CERN in Genf in Betrieb geht, birgt viele Superlative: ein Ring von 27 Kilometern Umfang, 9600 Magnete, eine Milliarde Teilchenkollisionen pro Sekunde, 10 000 beteiligte Physiker, Techniker und Ingenieure aus 85 Ländern. Der Teilchenbeschleuniger verläuft 100 Meter unter der Erde im Grenzgebiet Frankreichs und der Schweiz. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF trägt maßgeblich zur Finanzierung des LHC bei; deutsche Wissenschaftler sind stark in das Forschungsprogramm eingebunden.

Wissenschaftler erhoffen sich durch den LHC Antworten auf die fundamentalen Fragen der Teilchenphysik: Woraus besteht das Universum? Was passierte beim Urknall? Wo ist die Antimaterie? Woher kommt die Masse? Um das herauszufinden, soll im LHC der Zustand des Universums simuliert werden, wie er einen Bruchteil einer Sekunde nach dem Urknall, also vor 14 Milliarden Jahren, herrschte. Dazu werden Protonen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und zum Zusammenstoß gebracht. In vier hausgroßen Nachweisgeräten, so genannten Detektoren, vermessen Physiker die Spuren der Teilchenkollisionen.

Die Inbetriebnahme einer solch komplizierten Maschine erfolgt in mehreren Schritten. Zunächst muss der Beschleuniger auf -271 Grad Celsius abgekühlt werden. Anschließend werden alle supraleitenden Magnete in den acht Sektoren des LHC bei vollem Betriebsstrom getestet. Schließlich wird der gesamte Ring mit allen Magneten hochgefahren und mit dem Vorbeschleuniger synchronisiert. Erste Tests laufen seit Anfang August. Am 10. September 2008 soll der erste Protonenstrahl den gesamten Beschleunigerring des LHC umkreisen, und zwar bei einer Injektionsenergie von 0,45 TeV (Tera-Elektronenvolt). Teilchenkollisionen wird es allerdings erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.

Die Zielenergie, die 2008 am LHC erreicht werden soll, liegt bei 5 TeV, die Endenergie des LHC bei 7 TeV.

Information des CERN:

http://lhc-first-beam.web.cern.ch

Downloads:

Presseeinladung

Akkreditierung

13.01.2013