Die Elbe im Wandel
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Wenn sich der Trend der Klimaentwicklung fortsetzt, ist in der Zukunft neben Hochwasserereignissen auch mit häufigerem Auftreten niedriger Wasserstände im Einzugsgebiet der Elbe zu rechnen.
Allerdings steigen bei Niedrigwasser nachweislich die Konzentrationen von Schadstoffen in der Elbe, da deren Einfluss bei Niedrigwasser mengenmäßig einen größeren Anteil ausmacht. Vorschläge, wie Belastungen aus Abwässern sowie Schad- und Nährstoffeinträge aus der Landwirtschaft zu begrenzen sind, stehen daher im Mittelpunkt der Diskussionen.
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Doris Böhme/ Tilo Arnhold
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Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ
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Trinkwasser des Gaza-Streifens stark mit Nitrat belastet
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Palästinensische und deutsche Wissenschaftler haben den Behörden des Gaza-Streifens empfohlen, unverzüglich Maßnahmen gegen die überhöhten Nitratwerte im Trinkwasser zu unternehmen.
90 Prozent der Wasserproben hatten Nitratkonzentrationen aufgewiesen, die zwei bis achtmal höher waren als der von der Weltgesundheitsorganisation WHO empfohlene Grenzwert, zeigten Wissenschaftler der Universität Heidelberg und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ). Langfristig würde ein Qualitätsmanagement für die Grundwasserressourcen den größten Schutz bieten. Grundwasser ist für die Mehrheit der Bewohner des Gaza-Streifens die einzige Trinkwasserquelle. Nitrat kann bei Kleinkindern unter sechs Monaten zum Mangel an roten Blutkörpern, zu Durchfall und zur Übersäuerung führen. Deshalb empfiehlt die WHO, eine Konzentration von maximal 50 Milligramm pro Liter nicht zu überschreiten. Die neue palästinensisch-deutsche Studie bestätigt frühere Wasseranalysen und gibt erstmals eine Quelle für die Belastung an. Mit Hilfe von Isotopenuntersuchungen konnten die Forscher nachweisen, dass die Nitratbelastung auf Dünger aus der Landwirtschaft und Abwässer zurückgeht.
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Neues Testverfahren zur Grundwassersanierung mittels Pflanzenkläranlagen
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Am Rande der Alten Raffinerie Leuna ist seit 2007 eine Pilotanlage zur Sanierung des belasteten Grundwassers in Betrieb. Das Gemeinschaftsprojekt hat das Ziel, verschiedene naturnahe Verfahren in der Praxis zu testen.
Damit wird die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen in der Altlastensanierung engagierten Stellen des Landes Sachsen-Anhalt, den Verantwortlichen am Standort und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ mit seiner wissenschaftlichen Kompetenz fortgesetzt. Ziel ist die Entwicklung kostengünstiger Sanierungsverfahren zur Grundwasserabreinigung an großflächig verunreinigten Standorten. Darüber hinaus sollen die Untersuchungen dazu beitragen, das natürliche Rückhalte- und Abbaupotential von Auenlandschaften und natürliche Infiltrationsvorgänge am Übergang vom Grundwasser zu Oberflächengewässern zu bewerten.
Mit der neuen UFZ-Pilotanlage "CoTra" werden fünf verschiedene Verfahren zum Schadstoffabbau am Beispiel der Hauptschadstoffe im Leunaer Grundwasser entwickelt, getestet und optimiert. Der Name des Projektes "Compartment Transfer" (CoTra) bedeutet, dass das kontaminierte sauerstofffreie Grundwasser kontrolliert in oberflächennahe, sauerstoffreiche Systeme wie Oberflächengewässer, Wurzelzonen von Pflanzen, belüftete Bodenzonen oder die Atmosphäre überführt wird. Die Überführung erfolgt in Form von Pflanzenkläranlagen (so genannte Constructed Wetlands), vertikal durchströmte Filtersysteme und belüftete Grabensysteme. Die Forscher rechnen mit einer wesentlichen Erhöhung des biologischen oder chemischen Abbaus von gelösten Benzin- und Dieselschadstoffen, die weltweit auch an anderen Standorten Grundwasser verunreinigen. Begleitend zu den jeweiligen Verfahren werden aufwändige Modellrechnungen, Ausgasungsmessungen, umweltrechtliche Bewertungen und betriebswirtschaftliche Berechnungen durchgeführt.
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„Hot spots“ für den Abbau von Schadstoffen im Grundwasser
Grundwasserökologen des Helmholtz-Zentrums München haben so genannte „hot spots“ im Grundwasser nachgewiesen, in denen der Abbau von Schadstoffen durch mikrobiotische Prozesse besonders effizient ist.
Die bedeutendste Trinkwasserressource für den Menschen ist das Grundwasser. Die Verunreinigung von Grundwasser mit krebserregenden Aromaten wie Benzol, Toluol oder Ethylbenzol ist daher von großer Bedeutung, sowohl als Gefahr für die menschliche Gesundheit, als auch für den Zustand von Grundwasserökosystemen an sich.
Das Schicksal solcher organischer Verunreinigungen im Grundwasser wird durch eine Vielzahl abiotischer und biotischer Prozesse bestimmt, von denen der mikrobielle Abbau der Verbindungen von besonderer Bedeutung ist. Jedoch sind die mikrobiellen Hauptakteure in diesen Prozessen und die Faktoren, die solche mikrobiellen Populationen und ihre Aktivitäten in situ kontrollieren, kaum bekannt und verstanden. Vor kurzem wurde die Hypothese aufgestellt, dass sich insbesondere in den Übergangszonen zwischen stark kontaminierten Bereichen und den für den Abbau essentiellen Elektronenakzeptoren „hot spots“ befinden, also Zonen höchster mikrobieller Aktivität, in denen die Schadstoffe besonders effizient abgebaut werden.
Wissenschaftlern des Instituts für Grundwasserökologie ist es nun gelungen, solche „hot spots“ mit Hilfe molekularbiologischer und hydrogeochemischer Methoden in einem mit Teeröl verunreinigten Aquifer nachzuweisen. Die „hot spots“ befinden sich unterhalb der Schadstofffahne in der durch Sulfatreduktion gekennzeichneten Übergangszone. Diese Zone beherbergt eine hoch spezialisierte Schadstoff-abbauende mikrobielle Gemeinschaft, einschließlich eines bisher unbekannten anaeroben Toluol-Abbauers. Die Ergebnisse zeigen, dass die Verteilung spezifischer, teilweise noch unkultivierter Schadstoffabbauer und die entsprechenden Abbauprozesse in verunreinigten Aquiferen eng miteinander verbunden sind. Dabei sind insbesondere in ihrer Verteilung eng begrenzte und hoch spezialisierte Schadstoff-abbauende mikrobielle Gemeinschaften entscheidend für das natürliche Selbstreinigungspotential des Grundwassers. Diese Mikroorganismen tragen wesentlich zum Schutz und zur Reinhaltung des Grundwassers bei und ermöglichen somit eine nachhaltige Nutzung unserer wichtigsten Trinkwasserressource.
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Sonja Opitz
Leiterin der Abteilung Kommunikation, Pressesprecherin (komm.)
Helmholtz Zentrum München - Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt
Ingolstädter Landstraße 1
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