17. Mai 2011 Helmholtz-Geschäftsstelle
Europäischer Wissenschafts-Kulturpreis an KIT-Experten Joachim Knebel
Heute ist Dr. Joachim Knebel, Chief Science Officer am Karlsruher Institut für Technologie und Sprecher des Helmholtz-Programms Nukleare Sicherheitsforschung, mit dem Europäischen Wissenschafts-Kulturpreis ausgezeichnet worden. Der Preis der Europäischen Kulturstiftung PRO EUROPA wurde ihm heute auf der Jahrestagung Kerntechnik in Berlin übergeben.
Ausschlaggebend für die Auszeichnung sind Knebels Verdienste um die Weiterentwicklung einer Technologie, die langfristig die Entsorgung langlebiger und hochradioaktiver Abfälle erleichtern könnte.
Die „P&T-Technologie“ umfasst die Abtrennung (Partitioning) langlebiger Radionuklide wie Plutonium, Neptunium, Americium und Curium aus den hochradioaktiven Abfällen der Kernkraftwerke und ihre anschließende Umwandlung (Transmutation) in stabile oder kurzlebige Isotope durch Neutronenreaktionen in speziellen Transmutationsanlagen. Dadurch kann die Langzeitradiotoxizität des verbleibenden Abfalls beträchtlich reduziert werden. Allerdings hat P&T keine oder nur eine geringe Auswirkung auf das Spaltproduktinventar der radioaktiven Abfälle und deren Radiotoxizität.
Im Jahr 2005 gelang es dem Team um Joachim Knebel nach einer Vorbereitungszeit von einem Jahr das größte europäische Transmutationsprojekt EUROTRANS zu initiieren und bei der Europäischen Kommission zur Genehmigung zu bringen. Unter der Gesamt-Koordination von Joachim Knebel wurde die wissenschaftliche Kompetenz von etwa 400 Wissenschaftlern aus 15 europäischen Ländern sowie den USA, Russland, Weißrussland und Japan gebündelt und über eine Zeit von fünf Jahren erfolgreich auf die Entwicklung einer realisierbaren Transmutationsmaschine konzentriert.
Die 36 Partner aus Industrie und Forschung (von Helmholtz sind FZJ, GSI, HZDR und KIT dabei) schufen zusammen mit 17 Universitäten einen wissenschaftlich qualifizierten Entwurf einer Transmutationsmaschine, die jetzt im Rahmen des Europäischen Strategieforums für Forschungsinfrastrukturen (ESFRI) im belgischen Kernforschungszentrum SCK-CEN in Mol unter dem Namen MYRRHA realisiert werden soll.
Informationen zum Preis der Kulturstiftung Pro Europa: www.europaeische-kulturstiftung.eu
Informationen zum Projekt MYRRHA: http://myrrha.sckcen.be/
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